Google Fotos zu Immich übertragen, ohne Terminal
Google Fotos ist bequem. Es ist auch der Ort, an dem zehn Jahre deines Lebens liegen, gescannt von einem Konzern, dessen Speicherpreise steigen und dessen Produkte gern verschwinden. Immich kann dasselbe — automatisches Backup vom Handy, Suche nach Gesichtern und Orten, Alben, Erinnerungen, Teilen — nur dass die Bibliothek dir gehört. So ziehst du um.
1. Bibliothek bei Google exportieren
Öffne Google Takeout, wähle nur „Google Fotos“ aus und lass dir den Export als ZIP-Dateien zu je 10 GB erstellen. Google braucht dafür je nach Größe Stunden bis Tage und schickt dir eine E-Mail mit Download-Links. Lade alle Teile herunter und entpacke sie in einen Ordner — du bekommst je Album einen Unterordner mit Bildern und JSON-Dateien, in denen Datum, Ort und Beschreibung stehen.
Merk dir, wie groß das Ganze ist. Danach richtet sich, wie viel Speicher deine Immich-Instanz braucht, plus Luft für die nächsten Jahre.
2. Immich auf Podless starten
Melde dich an, öffne Immich im Katalog und klick auf Start. Die empfohlene Größe von 2 CPU und 8 GB RAM ist für die Erkennung von Gesichtern und Bildinhalten gedacht, die nebenher läuft. Beim Speicher nimmst du die nächste Stufe über deinem Export: 150 GB reichen für eine normale Familiensammlung, 500 GB, wenn viel Video dabei ist. Größer geht später jederzeit, ohne dass etwas verloren geht.
Nach ein paar Sekunden ist deine Instanz unter ihrer eigenen Adresse erreichbar. Beim ersten Aufruf legst du dein Konto an, es ist automatisch Admin.
3. Die Bibliothek hochladen
Für einen Takeout-Export ist das Community-Werkzeug immich-go der beste Weg: Es liest die JSON-Dateien von Google, setzt Aufnahmedatum und Ort richtig und legt die Alben wieder an. Du brauchst dafür einen API-Schlüssel aus den Immich-Kontoeinstellungen und die Adresse deiner Instanz — beides steht in der Anleitung von immich-go. Der Upload läuft von deinem Rechner aus; bei großen Bibliotheken lohnt es sich, ihn über Nacht laufen zu lassen.
Ohne Terminal geht es auch: Die Immich-Weboberfläche nimmt Ordner per Drag-and-drop entgegen. Dann fehlen allerdings die Alben aus dem Export, und Bilder ohne EXIF-Daten landen beim Upload-Datum.
4. Handy-Backup einrichten
Installiere die Immich-App für iOS oder Android, trag die Adresse deiner Instanz ein und melde dich an. Unter „Backup“ wählst du die Alben aus, die automatisch hochgeladen werden sollen — Kamera reicht meistens — und schaltest das Hintergrund-Backup ein. Ab jetzt landet jedes neue Foto auf deiner Instanz, ohne dass du daran denkst.
5. Aufräumen und teilen
- Prüfe in der Zeitleiste, ob die Daten stimmen. Immich liest die EXIF-Daten; was Google in JSON abgelegt hat, hat immich-go übernommen.
- Lass die Gesichtserkennung durchlaufen (sie läuft im Hintergrund) und gib den erkannten Personen Namen.
- Alben teilst du per Link oder mit weiteren Konten auf deiner Instanz — Partner, Kinder, Eltern bekommen jeweils ein eigenes.
- Wenn die Instanz unter deiner eigenen Domain laufen soll: In den Einstellungen der App unter „Domain“ eintragen, das Zertifikat besorgt Podless.
6. Was wird aus dem Google-Konto?
Lass das Google-Konto einen Monat parallel laufen und vergleich stichprobenartig. Wenn alles da ist, schalt das Backup in der Google-Fotos-App ab, stuf den Speicherplan zurück und lösch die Bibliothek — oder lass sie liegen, wenn dich das beruhigt. Wichtig ist nur, dass ab jetzt nichts mehr dorthin fließt.
Was kostet Immich im Monat?
Immich in der empfohlenen Größe mit 150 GB Speicher liegt bei rund 12 € im Monat, wenn es durchgehend läuft. Das ist mehr als der 2-TB-Plan bei Google. Dafür gehören die Fotos dir, niemand durchsucht sie für Werbung, und der Preis hängt an Technik statt an der Laune eines Konzerns. Den genauen Betrag zeigt der Preisrechner.
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